Bilder richtig aufhängen und auswählen: Der Leitfaden einer Künstlerin
Größe, Höhe, Rahmen und die kleinen Entscheidungen, mit denen ein Bild wirklich in Ihren Raum passt.
Oft schreiben mir Menschen mit einem Foto ihrer Wand und einer einfachen Frage: „Was würden Sie hier aufhängen?“ Ich liebe diese Nachrichten. Nach vielen Jahren des Malens – und nachdem ich für jedes neue Aquarell Interior-Mockups gestaltet habe – weiß ich: Das passende Bild ist nur die halbe Antwort. Die andere Hälfte ist, wie es im Raum lebt. Wer Bilder richtig aufhängen möchte, sollte auf Größe, Höhe, Rahmen und den Platz rundherum achten.
Statt einer weiteren Liste mit Trends möchte ich Ihnen deshalb zeigen, worauf ich selbst achte, wenn ich mir eines meiner Bilder an Ihrer Wand vorstelle.
Beginnen Sie beim Raum, nicht beim Bild
Bevor ich einen Druck auswähle, schaue ich mir die Möbel an, die darunter stehen werden, das Licht, das auf die Wand fällt, und die Farben und Materialien, die bereits da sind. Ein langes Sofa, ein schmaler Flur und die Wand über einem Bettkopfteil verlangen jeweils etwas anderes.
Ich versuche selten, ein Bild auf ein bestimmtes Kissen oder einen Teppich abzustimmen. Viel hilfreicher finde ich die Frage, ob das Bild die Stimmung unterstützt, die Sie sich wünschen: ruhig, frisch, warm, still. Stimmt die Atmosphäre, folgen die Farben meist von selbst.
Die richtige Größe wählen
Die meisten Wände vertragen etwas mehr, als wir erwarten. Ein einzelnes kleines Bild über einem großen Sofa kann verloren wirken, während eine Gruppe aus zwei oder drei Drucken die Wand mit dem Möbelstück darunter verbindet.
Eine einfache Faustregel, die ich mag: Die gesamte Anordnung sollte etwa zwei Drittel der Breite des Möbels darunter einnehmen. Für Bilder über dem Sofa mit rund 200 cm Breite wirkt ein 3er-Set in 30×40 cm oder 40×50 cm meist ausgewogen. Für eine schmale Wand neben einer Tür reicht oft ein einzelnes, höheres Bild.
Meine Drucke gibt es in Größen von 5×7 in (13×18 cm) bis 30×40 in (80×100 cm), und auf Anfrage bereite ich gerne auch Sondergrößen vor. Mit meiner Größentabelle können Sie die Formate vergleichen, bevor Sie Ihre Rahmen auswählen.
Bilder aufhängen: die richtige Höhe
Das ist die Frage, die ich am häufigsten höre. Ein guter Ausgangspunkt: Setzen Sie die Mitte des Bildes – oder die Mitte der ganzen Gruppe – etwa auf Augenhöhe, also rund 145 bis 150 cm über dem Boden.
Über Möbeln sollte sich das Bild eher auf das beziehen, was darunter steht, als auf die Zimmerdecke. Lassen Sie über einem Sofa oder Sideboard etwa 15 bis 25 cm Abstand zwischen der Oberkante des Möbels und der Unterkante der Rahmen. Im Esszimmer setzen Sie sich am besten hin, bevor Sie entscheiden: Eine Gruppe, die von der Tür aus richtig aussieht, kann vom Stuhl aus zu hoch wirken.
Der richtige Abstand bei einem Bilder-Set
Halten Sie die Abstände zwischen den Rahmen gleichmäßig, meist etwa 5 bis 8 cm. Erst gleichmäßige Abstände lassen zwei oder drei Bilder wie eine ruhige Einheit wirken. Bevor Sie bohren, empfehle ich immer, Papierrechtecke in der Außengröße Ihrer Rahmen auszuschneiden und an die Wand zu kleben. Treten Sie dann an die Stelle zurück, von der aus Sie diese Wand normalerweise sehen. Wirken die Bilder verbunden? Verdeckt eine Lampe eines davon? Diese kleinen Proben sind mehr wert als jede Regel.
Rahmen und Holz
Meine Drucke werden ungerahmt verkauft, damit Sie Rahmen wählen können, die zu Ihrem Zuhause passen. Zu einem Holztisch oder Sideboard würde ich zuerst schlichte Rahmen in heller Eiche ausprobieren und den weißen Hintergrund des Drucks das Motiv von der Wand abheben lassen. Bei lackierten Möbeln machen weiße Rahmen den Übergang weicher. Dunkleres Holz oder schwarze Rahmen zeichnen eine klarere Kontur um jedes Aquarell – schön in einem Raum mit dunklen Möbeln oder in einem grafischeren Interieur.
Ich suche eher nach einer Beziehung zwischen den Materialien als nach einer exakt passenden Farbe. Ein Rahmen, der den Boden oder ein einzelnes Möbelstück aufgreift, genügt oft schon.
Lassen Sie dem Raum Luft
Aquarell ist von Natur aus zart und braucht ein wenig Raum um sich herum. Ich hänge lieber ein schönes Set mit genug Luft auf, als jede Wand zu füllen. Die Interior-Designerin Isabella Hamann, mit der ich einmal über Wohntrends geschrieben habe, hat es wunderbar formuliert: „Gerade in Räumen, die der Entspannung dienen, wie Schlafzimmern, sollte Kunst beruhigend wirken, um unser Wohlbefinden und unser inneres Gleichgewicht zu stärken.“
Raum für Raum: wo Sie anfangen
Jeder Raum hat sein eigenes Möbelstück, zu dem das Bild gehört. Hier sind die Ausgangspunkte, die ich am häufigsten nutze – und auf jeder Raumseite können Sie mit einem Regler denselben Raum leer und mit meinen Bildern sehen.
- Wohnzimmer: über einem Sofa von etwa 220 cm ein 3er-Set, 20–25 cm über der Rückenlehne. → Wandbilder fürs Wohnzimmer
- Schlafzimmer: etwa zwei Drittel der Bettbreite – ein 2er-Set über einem 160–180 cm breiten Bett, ein 3er-Set über einem breiteren Bett; 25–30 cm über dem Kopfteil. → Bilder fürs Schlafzimmer
- Esszimmer: im Sitzen entscheiden; über einem langen Tisch von etwa 220 cm ein 3er-Set in einer Reihe. → Bilder fürs Esszimmer
- Küche: 30–40 cm über der Arbeitsfläche, mit Abstand zu Herd und Spritzwasser. → Bilder für die Küche
- Badezimmer: nicht in der Nähe der Dusche, Rahmen mit Glas; Unterkante 25–30 cm über dem Wannenrand. → Bilder fürs Badezimmer
- Flur: über einer 120 cm breiten Konsole ein 2er-Set in 40 × 50 cm. → Bilder für den Flur
- Arbeitszimmer: über einem 100–120 cm breiten Schreibtisch ein 2er-Set, 25–30 cm über der Tischplatte. → Bilder fürs Büro
- Kinderzimmer: über dem Kinderbett leichte Rahmen mit Acrylglas, mit zwei Haken befestigt. → Bilder fürs Kinderzimmer
Woher mein Blick kommt
Viele meiner Farben stammen von Orten, an die ich immer wieder zurückkehre. Mallorca ist meine größte Liebe – das klare, türkisfarbene Wasser am Morgen, der helle Stein, die Oliven- und Pinienbäume und stille, abgelegene Orte wie Punta del Caló bei Betlem, wo das Licht am späten Nachmittag alles weich werden lässt. Reisen nach Italien und Frankreich haben ihre eigenen warmen Töne hinzugefügt. Wenn ich male, stelle ich mir diese Farben in echten Wohnungen vor: neben Leinen und Eiche, in einer hellen Küche, über einem ruhigen Bett.
Deshalb gestalte ich auch Interior-Mockups für meine Bilder. Sie sollen nicht den einen richtigen Weg zeigen, einen Druck zu inszenieren. Sie zeigen Möglichkeiten.
Fragen Sie mich nach Ihrer Wand
Wenn Sie unsicher sind, welche Größe oder welches Set zu Ihrem Raum passt, schicken Sie mir ein Foto Ihrer Wand mit den ungefähren Maßen. Ich schlage Ihnen sehr gerne einen Druck, eine Größe und einen Rahmen vor, die in Ihrem Raum funktionieren.
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